Interview mit Monika Gehrke und Laura Schaldach (Stand März 2021)

Wir haben zum 1. April 2021 einen neuen Partnerverein in Nepal. Es ist der Himalayan Trust Nepal, dessen Geschichte bis zum Erstbezwinger des Mount Everest, Sir Edmund Hillary, zurückreicht.

Chief Executive Officer und damit verantwortlich ist Dr. Mingma Norbu Sherpa.

Um den Hintergrund etwas zu beleuchten hat unser Vorstandsmitglied Laura Schaldach ein Interview mit dem Beiratsmitglied Monika Gehrke, die wesentlich an dem Zustandekommen der neuen Partnerschaft beteiligt war,  geführt. 

Schaldach: Seit der Gründung der Nepal Kinderhilfe stand ein Verein in Nepal  im Mittelpunkt unserer Hilfen, der gebraucht wurde, um die Arbeit vor Ort für die Nepal Kinderhilfe durchzuführen. Dieser Verein wurde im November 2005 als Nichtregierungsorganisation mit dem Namen Mandala Welfare Society gegründet. Geleitet wurde der Verein von MimLal Shrestha, der mit Jürgen Richterich befreundet war. MimLal leitete gleichzeitig das Kinderhaus der Nepal Kinderhilfe in Budhanilkantha, worin er auch mit seiner Familie lebte. Jetzt wurde das Kinderhaus wegen des Endes des Mietvertrages geschlossen. Eine Verlängerung dieses Vertrages war nicht mehr möglich. Ebenso wurde in diesem Zuge auch ein Vertrag mit einem neuen Partnerverein, dem Himalayan Trust Nepal, unter Leitung von Mingma Norbu Sherpa geschlossen.

Wie kam es dazu, weshalb nun auch ein neuer Partner?

Gehrke: MimLal Shresta hat nach Schließung des Kinderhauses angekündigt, dass er sich beruflich anderweitig orientieren möchte. Wir haben dies bedauert, respektieren aber natürlich seinen Wunsch, besonders aufgrund seines jahrzehntelangen Engagements und der Leitung des KinderhausesAls eingetragener Verein haben wir aber die Auflage, nur mit einer Partnerorganisation in Nepal, einer Nichtregierungsorganisation NGO, vor Ort agieren zu können. Wir mussten uns also um eine neue NGO bemühen.

Schaldach: Nepal ist weit. Wie wurde denn von Deutschland aus eine neue Organisation gefunden? Was waren die Anforderungen? Wie war das Verfahren? Du warst ja maßgeblich an der Auswahl der Kriterien beteiligt und hast, aufgrund Deiner guten Sprachkenntnisse, die Korrespondenz mit den Kandidaten geführt?

Gehrke: Ohne die heutigen digitalen Möglichkeiten wäre das nicht machbar gewesen. Internet, Mail, Skype, WhatsApp, wir haben intern als extern in der Kommunikation mit Nepal alles genutzt. Wenn man den ganzen Prozess mit allen Einzelheiten und Kleinigkeiten betrachtet, waren, je nach Thema die Mitglieder des Vorstandes und oder des Beirats beteiligt, nur die Korrespondenz erfolgte dann über mich, damit es einen festen Ansprechpartner gibt. Die Basis bildete die Internetrecherche nach NGO´s in Nepal, deren Aufgabengebiet gleich oder zumindest ähnlich wie unsere sind, sich also um Schüler, Patenschaften usw. kümmern und damit wir die Kandidaten dann auf einer validen Basis gleichwertig vergleichen konnten, wurde ein Fragebogen erstellt, der an alle potentiellen NGO´s ging. Drei Kandidaten kamen in die engere Wahl. In vielen Mails waren viele Detailfragen sowie unsere derzeitigen und geplanten Abläufe zu erklären, abschließend gab es eine Live Video Besprechung per Skype. Aufgrund all dieser Informationen wurde dann im Vorstand und mit Beirat abgestimmt.

Schaldach: Weshalb und wie wurde schließlich der Himalayan Trust Nepal aus den verschiedenen Kandidaten ausgewählt, welche Vorzüge gab es gegenüber den anderen Favoriten?

Gehrke: Wir hatten ja vorher Kriterien für die Auswahl festgelegt. Eine der Hauptkriterien war das Budget, wir sind verantwortlich dafür, dass die Gelder der Paten und Spender mit so wenig Verwaltungskosten wie möglich bei den Kindern ankommen. Und natürlich die Erfahrung mit Schulpatenschaften. Es stellte sich im Laufe der Verhandlungen heraus, dass von den dreien zwei Kandidaten diese Kriterien nicht voll erfüllten. So lag der Fokus dann doch eher im medizinischen Bereich oder sie waren personell nur mit Mitarbeitern auf freiwilliger Basis aufgestellt. Die Betreuung all unserer Patenkinder und die Verwaltungsaufgaben wäre so nicht gesichert. Himalayan Trust Nepal dagegen hat langjährige Erfahrungen mit Schulpatenschaften, dazu ein Team, das für Erziehung, Lehrerfortbildung usw. verantwortlich ist. Die Mitarbeiter sind also nicht nur vertraut mit Schulstrukturen, sondern haben bereits auch Kontakte zu Direktion und Lehrern. Hierdurch können sie auch auf Schüler aufmerksam gemacht werden, die Unterstützung, bzw. eine Patenschaft brauchen, um die Schule auch weiterhin zu besuchen.

Schaldach: Welchen Eindruck hat der Himalayan Trust Nepal und deren Verantwortliche auf Dich persönlich gemacht?

Gehrke: Sie waren von Anfang an mein persönlicher Favorit, nicht nur die Professionalität und Erfahrung haben mich beeindruckt, sondern auch ihr Engagement. So regeln sie nicht nur die Formalitäten, sondern begleiten die Schüler bis zum Schulende und helfen sogar beim Start in eine Berufsausbildung oder ein Studium. Himalayan Trust Nepal. Trust ist Vertrauen – der Name ist auch Programm. Ich bin sicher, dass wir hier einen Partner gefunden haben, mit dem wir langfristig und vertrauensvoll kooperieren, neue Ideen und Projekte verwirklichen können und die auch uns wertvolle Impulse geben werden. Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit!

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